
Manchmal sind es die kleinen Dinge, die uns an früher erinnern. Der Duft von frisch gebackenen Plätzchen, ein altes Familienrezept und die Geschichten, die von einer Generation zur nächsten weitergegeben werden. Genau so ist es bei diesen Anisplätzchen.
Das Rezept habe ich letzte Woche von Mamas Cousine Christa bekommen. Sie hat mir damit ein kleines Stück unserer Familiengeschichte anvertraut. Denn schon meine Oma Anna und ihre beiden Schwestern Lisbeth und Sophie haben ihre Anisplätzchen nach diesem Rezept gebacken.
Wenn ich mir vorstelle, wie die drei früher in der Küche standen, die Eier mit dem Zucker schaumig schlugen und die kleinen Plätzchen sorgfältig mit dem Spritzbeutel auf die Backbleche setzten, wird mir ganz warm ums Herz. Vielleicht duftete es damals genauso nach Anis wie heute bei mir in der Küche. Die Plätzchen mussten über Nacht trocknen, bevor sie am nächsten Tag in den Backofen kamen. Keine ausgefallenen Zutaten, keine komplizierten Arbeitsschritte – einfach ein Rezept, das sich über viele Jahre bewährt hat.
Ich liebe solche alten Familienrezepte. Sie erzählen von Menschen, gemeinsamen Stunden in der Küche und einer Zeit, in der Rezepte oft in kleinen Notizbüchern festgehalten und von Hand zu Hand weitergegeben wurden. Oma Anna und ihre Schwestern konnten damals natürlich nicht ahnen, dass ihr Rezept eines Tages auf meinem Blog landen würde. Umso schöner finde ich es, dass ich es heute für dich bewahren und mit dir teilen kann.
An der ursprünglichen Zubereitung möchte ich deshalb möglichst wenig verändern. Die Anisplätzchen kommen ganz ohne Backpulver aus. Ihre besondere Beschaffenheit entsteht durch das schaumige Aufschlagen der Eier mit dem Zucker und die anschließende Ruhezeit über Nacht. Gerade das macht für mich den Charme dieses alten Familienrezepts aus.
Vielleicht hast du selbst noch solche Rezepte, die dich an deine Oma oder andere liebe Menschen erinnern. Rezepte, bei denen schon der Duft aus dem Backofen Erinnerungen weckt und man für einen kleinen Moment wieder in die Vergangenheit eintaucht.
Solche Schätze sollten nicht in Vergessenheit geraten. Deshalb freue ich mich, dass ich dieses alte Familienrezept heute mit dir teilen darf.
Viel Freude beim Nachbacken!
Lissi

Anisplätzchen – ein altes Familienrezept
Zutaten Teig
- 3 Eier (Größe M)
- 250 g feiner Zucker
- 250 g Weizenmehl Type 550, gesiebt
- 1 PK Vanillinzucker
- 12 g Anissamen
- etwas Butter und Mehl für die Backbleche
Zubereitung
- Eier und Zucker mehrere Minuten schaumig schlagen, bis eine helle, dickliche und luftige Masse entsteht.
- Mehl mit Vanillinzucker mischen und vorsichtig unter die Eiermasse heben.
- Anissamen im Mörser leicht zerstoßen und unter den Teig heben.
- Drei Backbleche mit Butter einfetten und dünn mit Mehl bestreuen.
- Teig in einen Spritzbeutel mit runder Tülle (10 mm) füllen und kleine Häufchen mit etwas Abstand auf die Backbleche spritzen.
- Die Anisplätzchen bei Zimmertemperatur über Nacht trocknen lassen.
- Backofen auf 150 °C Ober Ober-/Unterhitze vorheizen und die Plätzchen etwa 12 -15 Minuten hell backen.
- Die Anisplätzchen auf den Blechen abkühlen lassen und vorsichtig lösen.
- In einer gut verschlossenen Keksdose und kühl und trocken gelagert, halten sich die Anisplätzchen etwas 3 – 4 Wochen.
Mein Tipp:
Lass die Anisplätzchen unbedingt über Nacht trocknen. So bekommen sie beim Backen ihr typisches Füßchen. Die Oberfläche sollte sich trocken anfühlen.
Portionsgröße: 30 -40 Anisplätzchen, je nach Größe
Zubereitungszeit: 20 Minuten plus
Backzeit: 12-15 Minuten je Blech
Schwierigkeitsgrad: sehr einfach
















