
Meine Interpretation von Mürbchen beginnt mit einer kleinen Liebeserklärung an das Rheinland. Denn wer hier aufgewachsen ist, kennt sie ganz sicher: diese weichen, leicht süßen Hefebrötchen, die in vielen Bäckereien einfach zum Frühstück dazugehören.
Klassische Mürbchen sind kleine Brötchen aus süßem Hefeteig – im Grunde eine Art Milchbrötchen, wunderbar weich und zart im Geschmack.
Hier in Düsseldorf begegnen sie dir meist in einer ovalen Form. Oft sind sie ganz pur, manchmal aber auch mit Rosinen im Teig gebacken. Eines ist dabei typisch: Anders als manche süßen Gebäcke werden sie traditionell nicht in Zucker gewälzt, sondern ganz schlicht gebacken – genau so lieben sie viele Rheinländer.
Besonders spannend finde ich, dass dieses Gebäck im Rheinland je nach Region einen anderen Namen trägt. Am Niederrhein, zum Beispiel rund um Duisburg, nennt man ähnliche süße Milchbrötchen häufig „Stütchen“ oder auch „Stütchenbrötchen“.
Weiter südlich, etwa im Raum Köln und auch im nördlichen Rheinland-Pfalz, sagt man dagegen oft „Weckchen“ zu einem kleinen Hefebrötchen dieser Art.
Im Grunde reden also alle über ein ganz ähnliches Gebäck – nur der Name verändert sich mit der Region. Genau diese kleinen sprachlichen Unterschiede machen die rheinische Backkultur für mich so charmant.
Für meine eigenen Mürbchen habe ich mir allerdings eine etwas andere Optik überlegt. Statt der klassischen ovalen Form rolle ich den Teig zu Strängen und drehe sie leicht ein. So entstehen hübsche, kleine Spiralen, die nach dem Backen besonders locker und zart aussehen.
Und dann kommt noch mein persönlicher Twist ins Spiel: frischer Abrieb einer Bio-Orange im Teig meiner süßen Milchbrötchen. Diese kleine Zutat verändert erstaunlich viel. Die Orange bringt eine feine, frische Note mit, die perfekt zu der leichten Süße des Hefeteigs passt.
Während die Mürbchen im Ofen backen, erfüllt ein herrlicher Duft die Küche – warm, buttrig und mit einem Hauch von Orange. Genau dieser Moment ist für mich das Schönste am Backen.
Vielleicht sind meine Mürbchen also nicht ganz traditionell. Aber sie verbinden für mich das Beste aus zwei Welten: rheinische Backtradition und eine kleine, frische Idee aus meiner eigenen Küche.
Lissi

Gezuckerte Mürbchen
Zutaten Hefeteig
- 12 g frische Backhefe
- 250 ml lauwarme Milch
- 125 g Zucker
- 1 PK Vanillezucker
- 1 Bio-Orange (Orangenabrieb)
- 60 ml Sonnenblumenöl
- 1 Prise Salz
- 1 Ei
- 570 g Mehl
Außerdem
- 1 Eigelb und 2 Esslöffel Milch zum Bestreichen
- Nach dem Backen etwas Wasser zum Bestreichen
- 50 g feiner Zucker zum Wälzen
Zubereitung
- In einer großen Schüssel die frische Hefe mit 1 Teelöffel Zucker in der lauwarmen Milch auflösen.
- Alle anderen Zutaten hinzufügen und mit der Küchenmaschine so lange kneten, bis ein geschmeidiger Teig entsteht.
- Den Hefeteig mit einer Frischhaltefolie abdecken und an einem warmen Ort 60-90 Minuten gehen lassen, bis sich das Volumen verdoppelt hat.
- Nach der Ruhezeit den Hefeteig in 12 gleich große Portionen teilen und jedes Stück zu ca. 30 cm langen Strängen rollen.
- Anschließend jeden Strang vorsichtig eindrehen, sodass eine lockere Spirale entsteht.
- Die Mürbchen und auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech legen und abgedeckt für weitere 30 Minuten gehen lassen.
- Nach der Ruhezeit das Ei mit der Milch verrühren und die Mürbchen damit bestreichen.
- Backofen auf 180°C Ober-/Unterhitze vorheizen.
- Die Mürbchen im vorgeheizten Backofen auf der 2. Schiene von oben für ca. 15–18 Minuten goldgelb backen.
- Nach dem Backen die Mürbchen mit etwas Wasser bestreichen und sofort in Zucker wälzen und lauwarm genießen.
Portionsgröße: 12 Stück
Zubereitungszeit: 30 Minuten plus Wartezeit
Backzeit: 15 – 18 Minuten
Schwierigkeitsgrad: normal

















